„völlig überzogen“? Verleger verkennen Nachholbedarf! dju in ver.di will 5,5 % mehr Gehalt und Honorare

Der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) bezeichnet unsere Tarifforderung zur Gehalts- und Honorarerhöhung als „utopisch“ oder „völlig überzogen“. Klar, jeder Arbeitgeberverband redet den Verhandlungsspielraum für Tariferhöhungen zu Beginn der Verhandlung klein. Die wirtschaftlichen Rahmendaten lassen hingegen die Spielräume klar erkennen. Ein Blick auf die trotz Tendenzschutz durchaus vorhandenen Zahlen (ver.di-Quartalsberichte) zeigt, dass es den Verlagen weitaus besser geht, als sie uns glauben machen wollen.
Dabei will der BDZV nicht nur die Redaktionen von der allgemeinen Gehaltsentwicklung abkoppeln, sondern mehr noch: „Die Gehaltsvorstellungen der Gewerkschaften ließen sich nicht von den übrigen“ Tarifverträgen getrennt verhandeln. Deshalb hat der BDZV auch den Manteltarifvertrag gekündigt, um grundlegende Tarifbedingungen gegen die Einkommens-Forderung in Stellung zu bringen.

Tarifentwicklung in den RedaktionenWas der BDZV verkennt: In kaum einer anderen Branche gab es so wenige (Nullrunden in 2011, 2010 und davor in 2005 und 2003) und geringe Tariferhöhungen wie in Zeitungsredaktionen, egal, ob auf die letzten fünf, zehn oder bis ins Jahr 2000 zurück geschaut wird: So gab es in den letzten fünf Jahren weniger als den halben Inflationsausgleich und nur ein Viertel der durchschnittlichen Tariferhöhungen aller Branchen. Aber auch Redakteurinnen und Redakteure erleben steigende Lebenshaltungskosten, und brauchen auch mal wieder eine wirkungsvolle Lohnsteigerung.

„Die Zahlen sind eindeutig: Während Lebenshaltungskosten steigen und Tariflöhne in anderen Branchen dieser Entwicklung Rechnung tragen, sinkt die Kaufkraft der Kolleginnen und Kollegen kontinuierlich und spürbar. Noch schlimmer ist die Situation für Zeitungs-Freie, die ohnehin geringere Einkommen haben und allein von Zeitungsaufträgen kaum noch leben können. Die Pauschalen für Redaktionsdienste wurden in den letzten Jahren meist gar nicht erhöht. Da muss es in dieser Tarifrunde eine Trendwende geben“, forderte ver.di-Tarifsekretär Matthias von Fintel.

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