Perspektive Online: Nur wenige können verdienen

Hier geht es rauf, da geht es runter – im Online-Geschäft ist das Brot nur schwierig zu verdienen. Vielleicht zeigen die Krautreporter, dass es doch geht.

Ehrlich gesagt, ich hätte und habe nicht unterschrieben. Die Krautreporter haben online versucht, ein neues Internet-Magazin zu finanzieren. Und sie haben es geschafft, statt der benötigten ersten15.000 Unterstützer fanden sich bis Redaktionsschluss 17.567 Menschen, die das Projekt mit monatlich 5 Euro unterstützen. Ich war nicht dabei, weil ich als Freier nicht wirklich viel Geld übrig habe und mich die Argumente im Video nicht wirklich überzeugt haben. Wer hier mehr sehen will: www.krautreporter.de

Aber sie haben es geschafft – vielleicht künftig eines der wenigen Online-Angebote, das echte Autorenleistung für faires Geld bietet und gleichzeitig faire Honorare zahlen kann. Ab September werden wir es alle überprüfen können, wenn wir denn wollen.

Andernorts genau das Gegenteil: Der Heddenheim-Blog macht Pause, seit Monaten schon. Auch er ruft seine Leserinnen und Leser auf, Geld zu spenden, um das Projekt weiter machen zu können. Doch offensichtlich hält die lesende Kundschaft das Portemonnaie eher geschlossen, der Blog ruht vor sich hin.

Nun denn, es gibt Journalisten, die bloggen fleißig vor sich hin – seien es der bekannte Medianjournalist Stefan Niggemeier oder auch der der Blog Lousy Pennies (wir berichteten bereits darüber), der über die Perspektiven im Netz informiert. Der hat immerhin noch mal rumgefragt, wie denn so die Einnahme-Perspektiven sind. Die Grundgesamtheit ist mit stark 50 Antworten zwar bescheiden, einige Rückschlüsse lassen sich jedoch ziehen. So errechnet sich zwar ein durchschnittlicher Monatsverdienst der Blogger von rund 1.300 Euro – aber gleichzeitig ist die Verdienstschere enorm groß. Mancher verdient nichts, andere mehrere tausend …

Entscheidend ist sicherlich, ob man bereits über ein gutes Netzwerk verfügt und ob man die Seite in der jeweiligen Branche bekannt machen kann. Dabei, auch dies ein Ergebnis der Umfrage, macht man sich unter Umständen abhängig von Google, der amerikanischen Datenkrake. Blogger dürfen also in Sachen Datenschutz nicht zu zart besaitet sein. Wer es ohne machen will, braucht schlicht Sponsoren, wie sie die Krautreporter gefunden haben.

Aber es gilt generell: Auch wenn sich online etwas entwickelt – zum Überleben reicht es bei den Wenigsten. Denn schon die, die sich an der Umfrage beteiligten, dürften zu den Versierteren gehören. Ohne Geld aus einer anderen Quelle geht es nicht. Aber es lohnt sich für immer mehr Journalistinnen und Journalisten, nach alternativen Einnahmequellen zu schauen. Dies belegen schon die Spardiskussionen in den klassischen Medien. Denn wird das Umfeld härter, dann braucht es Kreativität und neue Ideen.
psch

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